October 18, 2026

𝗗𝗶𝗲 𝟱 𝘄𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗖𝗼𝗽𝘆𝘄𝗿𝗶𝘁𝗶𝗻𝗴-𝗥𝗲𝗴𝗲𝗹𝗻, 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗶𝗻 𝗧𝗲𝘅𝘁 𝗴𝗮𝗿𝗮𝗻𝘁𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗸𝗹𝗶𝗻𝗴𝘁 𝘄𝗶𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝘃𝗼𝗻 𝗮𝗹𝗹𝗲𝗻 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲𝗻.
Im Copywriting gibt es ein paar Regeln, die sich irgendwann mal jemand ausgedacht hat und die seitdem ungefähr so zuverlässig weitergereicht werden wie die Tupperware von Muddi.
Viele davon sind grundsätzlich sogar sinnvoll.
Bis sich alle daran halten.
Dann versuchen nämlich Tausende Menschen, möglichst individuell zu schreiben, indem sie exakt dieselben Regeln befolgen.
1. "Kurze Sätze. Immer."
Bloß keinen Gedanken über zwei Zeilen entwickeln.
Lieber. Jeden. Furz. In. Einen. Eigenen. Absatz.
Ich weiß nicht, wann wir beschlossen haben, dass Menschen keine Nebensätze mehr verkraften, aber LinkedIn klingt dadurch stellenweise wie digitale Telegramme.
Ein kurzer Satz kann wunderbar wirken. Zehn hintereinander lesen sich irgendwann wie Schnappatmung.
2. "Du brauchst eine Hook, die sofort knallt."
Natürlich sollte der Einstieg neugierig machen. Inzwischen lese ich morgens aber dreimal, dass sich jemand "damit jetzt unbeliebt macht", fünf Leute "etwas gestehen müssen" und weitere zwölf endlich "die unbequeme Wahrheit" aussprechen.
Und fünf Zeilen später geht es um Newsletter oder den näcshten KI-Bot der dein Business auf 1 Mio Umsatz am Tag hochskaliert.
3. "Schreib so einfach, dass es ein Grundschüler versteht."
Verständlich schreiben? Unbedingt.
Daraus wurde irgendwann: bloß kein Fachbegriff, kein längerer Satz und bitte nichts, bei dem der Leser länger als 3 Sekunden nachdenken muss.
Menschen wollen verständliche Texte. Sie sind deswegen noch lange nicht doof.
4. "Eine gute Copy braucht Schmerz."
Also wird so lange im Problem herumgebohrt, bis man sich denkt "is ja gut jetzt!"
Menschen kaufen auch aus Neugier, Ehrgeiz, Vorfreude, Bequemlichkeit oder weil sie etwas sehen und denken: "Fuck, das will ich auch."
Man muss seinem Wunschkunden nicht erst den Tag versauen, bevor man ihm etwas verkaufen darf.
5. "Schreib, wie du sprichst."
Mein persönlicher Favorit, weil ich diese Regel selbst ständig predige.
Nur schreiben danach erstaunlich viele so:
"Kennst du das? Du willst X. Doch dann passiert Y. Genau hier liegt das Problem."
Keine Sau spricht so. 😄
Ich habe gegen fast alle dieser Regeln schon verstoßen und werde es vermutlich auch weiterhin tun.
Denn vielleicht sollten wir beim Schreiben wieder etwas häufiger überlegen, wie der Mensch auf der anderen Seite tatsächlich tickt, und etwas seltener, ob Absatz 3 auch brav nach Lehrbuch gebaut ist.
Sonst haben wir nur noch perfekt optimierte Texte....
... auf die keiner mehr wirklich Bock hat.
🦊 Like a Fox Copywriting 🦊